Die Elektrotechnik Waldemar Müller GmbH & Co. KG aus Augsburg weist Hausbesitzer und Gewerbebetriebe auf die Verpflichtung zum Einbau von Brandschutzschaltern hin. Die als Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDD) bezeichneten Geräte sollen Brände durch defekte Leitungen, gelockerte Klemmen oder beschädigte Kabel verhindern. Anders als klassische Fehlerstromschutzschalter oder Leitungsschutzschalter erkennen sie auch serielle Lichtbögen, die bei Überlast oder Kurzschluss nicht auslösen.
Die Regelung ist in der DIN VDE 0100-420 verankert und gilt in Deutschland seit 2016. Für Neubauten schreibt die Norm AFDD-Schutz bei Endstromkreisen mit Steckdosen bis 32 Ampere vor – etwa in Schlaf- und Kinderzimmern oder bei brennbaren Baustoffen. Auch für Bestandsbauten besteht bei umfangreichen Umbauten oder Erweiterungen der Elektroinstallation Nachrüstpflicht. Die VDE-Norm empfiehlt zudem den Einsatz in sensiblen Bereichen wie Pflegeheimen oder bei Photovoltaikanlagen.
Konkret betroffen sind Wohn- und Geschäftsgebäude, in denen die Elektroinstallation erneuert wird. Besonders in älteren Objekten mit veralteter Verkabelung steigt das Risiko für Lichtbogenbrände. Hersteller wie Hager Group, ABB und Siemens bieten AFDD-Schutzschalter als Reiheneinbaugeräte für den Verteiler an. Die Nachrüstung kostet pro Stromkreis je nach Hersteller zwischen 80 und 150 Euro zuzüglich Montage.
Die Augsburger Elektriker sehen vor allem bei Immobilieneigentümern Aufklärungsbedarf. Viele wüssten nicht, dass Brandschutzschalter bei größeren Umbauten Pflicht sind. Auch bei der Integration von Energiemanagementsystemen oder PV-Anlagen rät der Betrieb zur Prüfung der Schutzeinrichtungen. Die DIN VDE 0100-420 fordert AFDD-Schutz explizit dort, wo Personen schlafen oder brennbare Materialien gelagert werden.
Fristen für die Nachrüstung bestehender Anlagen ohne Umbau gibt es nicht. Dennoch empfiehlt die Branche eine Bestandsprüfung durch Fachbetriebe, um Haftungsrisiken zu minimieren. Gewerbliche Betreiber sollten zudem prüfen, ob Versicherungen bei Brandschäden den Einsatz von AFDD voraussetzen. Der Augsburger Elektrobetrieb bietet neben der Installation auch Beratung zur normengerechten Umsetzung an.
Elektrofachbetriebe rechnen mit einem hohen Nachrüstungsbedarf, sobald die Aufklärung greift. Allein in Bayern gibt es mehrere Millionen Wohn- und Gewerbeimmobilien, in denen die Elektroinstallation älter als 20 Jahre ist. Die Kombination aus gesetzlicher Pflicht bei Umbau und steigendem Sicherheitsbewusstsein dürfte die Nachfrage in den nächsten Jahren deutlich erhöhen.

