Der österreichische Smart-Home-Spezialist Loxone erweitert sein Geschäftsfeld und dringt gezielt in den Markt für gewerbliche Gebäudeautomation vor. Das Unternehmen, bisher vor allem im privaten Segment positioniert, richtet sich künftig verstärkt an Gewerbeimmobilien, Bürogebäude und kleinere Zweckbauten. Die neue Sparte wird unter dem Label „Loxone Commercial" vermarktet und soll etablierten Anbietern im mittleren Marktsegment Konkurrenz machen.

Loxone baut dabei auf sein bestehendes System auf, das bislang vor allem in Einfamilienhäusern und kleineren Wohnanlagen zum Einsatz kam. Die zentrale Steuerungseinheit, der Miniserver, wird für gewerbliche Anwendungen um zusätzliche Schnittstellen und Protokolle erweitert. Das Ziel: Heizungs-, Lüftungs- und Beleuchtungssteuerung sowie Zutrittskontrolle über eine einheitliche Plattform abzubilden. Die Anlage soll dabei ohne externe Programmierer in Betrieb genommen werden können – ein klarer Unterschied zu klassischen Gebäudeautomationssystemen, die meist aufwändige Projektierungen erfordern.

Die Neuausrichtung zielt auf ein Segment, das in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Kleine und mittelständische Unternehmen suchen verstärkt nach skalierbaren, kosteneffizienten Lösungen für Energiemanagement und Raumautomation. Klassische KNX-basierte Systeme sind für diese Zielgruppe oft überdimensioniert und zu teuer, proprietäre Insellösungen bieten keine ausreichende Flexibilität. Loxone setzt auf diesen Spalt zwischen Wohngebäude-Smart-Home und großer Gebäudeleittechnik.

Die etablierten Anbieter wie Siemens, Schneider Electric oder ABB dürften die Offensive aufmerksam beobachten. Sie dominieren das obere Segment mit komplexen Gebäudemanagementsystemen, haben aber im unteren Preisbereich weniger Präsenz. Gleichzeitig positionieren sich auch andere Smart-Home-Hersteller wie Gira oder Jung vermehrt im gewerblichen Umfeld – allerdings meist in enger Anbindung an den KNX-Bus.

Entscheidend für Loxones Erfolg wird die Akzeptanz bei Elektroinstallateuren und Planern sein. Diese Zielgruppe ist oft auf bestimmte Systeme geschult und scheut den Aufwand eines Systemwechsels. Loxone verspricht hier kurze Einarbeitungszeiten und durchgängige Online-Schulungen. Ob das ausreicht, um gegen gewachsene Vertriebsstrukturen anzukommen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Marktlage in Österreich zeigt, dass die Konkurrenz im Segment Gebäudeautomation intensiv ist und Neueinsteiger hohe Hürden überwinden müssen.

Für Elektroinstallateure bedeutet die Expansion ein zusätzliches Angebot im Portfolio – mit dem Potenzial, kleinere Gewerbekunden schneller und preiswerter zu bedienen. Ob Loxone damit etablierte Platzhirsche herausfordert oder lediglich eine Nische besetzt, bleibt abzuwarten. Die nächsten Monate werden zeigen, wie der Markt auf die neue Positionierung reagiert.

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