Siemens investiert einen Milliardenbetrag in die Transformation seines Stammsitzes in Erlangen zu einem Hightech-Campus. Der Technologiekonzern will den Standort umfassend modernisieren und dabei die eigenen Technologien für Gebäudeautomation, Digitalisierung und Energiemanagement in großem Maßstab einsetzen. Für die Elektrobranche könnte das Projekt zum Referenzobjekt werden.
Die Umbauarbeiten in Erlangen zielen darauf ab, einen integrierten Campus mit modernster digitaler Infrastruktur zu schaffen. Siemens will dabei Technologien aus den Bereichen Smart Building, Energieeffizienz und vernetzte Systeme kombinieren. Der Konzern nutzt den Standort als Testfeld für eigene Lösungen – von der Gebäudeleittechnik über intelligente Stromnetze bis zur Integration erneuerbarer Energien.
Für Elektroinstallateure und Planer ergeben sich daraus konkrete Impulse. Die Implementierung vernetzter Gebäudetechnik im großen Maßstab liefert Praxisdaten zur Performance von Systemen wie KNX-Steuerungen, IP-basierter Infrastruktur und cloudbasierten Management-Plattformen. Siemens entwickelt am eigenen Standort Lösungen, die später als Produkte oder Services auf den Markt kommen können.
Die Investition folgt einem Trend bei deutschen Industriekonzernen, ihre Standorte als Innovationslabore zu nutzen. Während andere Unternehmen primär auf Energieeffizienz setzen, geht Siemens einen Schritt weiter: Der Campus soll zur Plattform für integrierte Systemlösungen werden. Das schließt die Vernetzung von Gebäudetechnik, Produktion und IT-Infrastruktur ein.
Für die Elektrobranche ist besonders relevant, welche Standards und Schnittstellen sich durchsetzen. Siemens hat eigene Ökosysteme entwickelt, etwa für die Gebäudeautomation oder das Energiemanagement. Die praktische Umsetzung in Erlangen könnte zeigen, wie offene Protokolle und proprietäre Systeme zusammenwirken – eine Frage, die viele Installateure bei Projekten beschäftigt.
Die Transformation des Standorts läuft parallel zu Entwicklungen in der Branche, wie sie etwa Hager-Chefin Busse bei der Energiewende fordert. Der Campus könnte Maßstäbe setzen für die Integration von Photovoltaik, Speichern und Ladeinfrastruktur in gewerbliche Immobilien. Konkrete Details zu Zeitplan und Investitionshöhe hat Siemens bisher nicht kommuniziert.

