Daniel Hager hat das Amt des ZVEI-Präsidenten übernommen und macht Europa zur strategischen Schwerpunktlage. Der Elektro- und Digitalindustrie-Verband signalisiert damit eine Neuausrichtung in einer Phase, in der die deutsche Branche mit Strukturproblemen kämpft.
Hagers Kurs stellt eine zentrale Frage: Handelt es sich um eine substanzielle europapolitische Agenda mit konkreten Hebeln – etwa zur Harmonisierung von Standards, zur Stärkung der EU-Lieferketten oder zur Positionierung gegen Handelsbarrieren – oder fokussiert Europa-Rhetorik eher auf externe Chancen, während innerdeutsche Herausforderungen ungelöst bleiben?
Für Elektrohandwerksbetriebe und mittelständische Zulieferer bedeutet dies: Die kommenden Monate werden zeigen, ob der ZVEI konkrete Branchenhilfen einfordert – etwa bei Energiekosten, Fachkräftemangel oder regulatorischer Entlastung – oder ob die europapolitische Rahmensetzung zur Entschuldigung für ausstehende Lösungen im Inland dient.
