Der österreichische Markt für Beleuchtung zeigt sich Mitte 2026 in einer Konsolidierungsphase: LED-Leuchtmittel sind flächendeckend Standard, während die Nachfrage zunehmend auf intelligent vernetzte Systeme und energieeffiziente Gesamtlösungen umschwenkt. Für Elektroinstallateure bedeutet das konkret: Weniger klassische Leuchmittel-Tauschaufträge, dafür mehr Integrationsprojekte mit KNX-Bus-Anbindung und Lichtsteuerung über Zigbee-Protokolle.

Marktentwicklung: LED-Durchdringung abgeschlossen

Die Umstellung von klassischen Leuchtmitteln auf LED ist in Österreich weitgehend abgeschlossen. Sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen werden nahezu ausschließlich LED-Lösungen verbaut. Die Effizienzvorteile – bis zu 85 Prozent Energieeinsparung gegenüber Glühlampen – haben sich durchgesetzt, zumal steigende Strompreise die Amortisation beschleunigen. Gleichzeitig sinken die Preise für LED-Module weiter, sodass auch im Niedrigpreissegment kaum noch Alternativen vorkommen.

Diese Marktsättigung verschiebt den Wettbewerb: Hersteller und Großhändler konkurrieren weniger über Leuchtmittelpreise, sondern über Systemintegration, Planungssoftware und Garantiebedingungen. Für Installationsbetriebe steigt der Anspruch, neben Elektrotechnik auch Lichtplanung und Steuerungstechnik anzubieten.

Smart Lighting: Vernetzung im Gewerbe und Wohnbau

Im gewerblichen Bereich haben sich DALI-Lichtmanagementsysteme etabliert, die Einzelleuchten adressierbar machen und Wartungsintervalle zentralisieren. Im Wohnungsbau wächst die Nachfrage nach klimaaktiv-geförderten Leuchtenlösungen, die über KNX oder Zigbee in Gebäudeautomation eingebunden werden. Besonders in Neubauprojekten wird Lichtsteuerung von Anfang an mit Heizung, Verschattung und Photovoltaikanlage verzahnt.

Anbieter wie Siemens und Schneider Electric treiben diese Konvergenz voran. Schneider Electric etwa integriert Lichtsteuerung in seine EcoStruxure-Plattform, Siemens verknüpft Beleuchtung mit Energiemanagementsystemen. Beide Hersteller sind seit Jahren im österreichischen Markt aktiv und verfügen über eigene Distributionsnetze.

Regulatorik: Ökodesign und Energieeffizienz-Vorgaben

Auf europäischer Ebene schreibt die Ökodesign-Verordnung seit März 2023 für neue Leuchtmittel und Leuchten Mindest-Effizienzwerte vor, die viele Halogen- und Hochdruck-Entladungslampen vom Markt drängen. In Österreich gelten zudem die Vorgaben der OIB-Richtlinie 6 für Energietechnik und Energieeinsparung, die bei Neubauten und größeren Sanierungen Lichtmanagement mit Präsenz- oder Tageslichtsteuerung empfiehlt.

Seit Anfang 2026 müssen alle öffentlichen Gebäude bei Renovierungen energieeffiziente Beleuchtung nachweisen – ein Treiber für Retrofitprojekte im Verwaltungs- und Bildungsbereich. Elektroinstallateure profitieren von dieser Pflicht, müssen jedoch zunehmend Energiebilanzen und Lichtberechnungen vorlegen.

Hersteller und Anbieter im Überblick

Neben den Systemanbietern Siemens, ABB und Schneider Electric sind im österreichischen Markt Installationshersteller wie Gira, Jung und Busch-Jaeger mit Schalterprogrammen präsent, die zunehmend Lichtsteuerung integrieren. Gira und Jung bieten beispielsweise eigene Smart-Home-Systeme, die Beleuchtung mit Jalousie- und Raumklima-Steuerung verbinden.

Spezialhersteller für gewerbliche und industrielle Beleuchtung liefern zunehmend IoT-fähige Leuchten mit integrierter Sensorik. Diese ermöglichen neben Lichtregelung auch Raumnutzungsanalysen – ein Trend, der besonders im Bürobau und Einzelhandel an Fahrt gewinnt.

Ausblick: Licht als Datenpunkt im Smart Building

Die Grenzen zwischen Beleuchtung, Gebäudeautomation und Energiemanagement verschwimmen zusehends. Leuchten werden zu Sensorträgern, die Raumtemperatur, Luftqualität und Bewegung erfassen. Diese Daten fließen in zentrale Gebäudemanagementsysteme und erlauben prädiktive Wartung sowie Energieoptimierung.

Für Elektroinstallateure bedeutet das: Wer künftig Beleuchtungsaufträge akquirieren will, muss neben Elektroinstallation auch Netzwerk- und Softwarekompetenz mitbringen. Die klassische Leuchtmontage wird zur Systemintegration – ein Wandel, der Weiterbildung und neue Geschäftsmodelle erfordert. Wer diesen Schritt geht, findet im Markt jedoch stabile Nachfrage, wie auch der deutsche Beleuchtungsmarkt zeigt, der ähnliche Entwicklungen durchläuft.